Logo der Universität Wien

Kamagasaki – Vom Tagelöhnerviertel zum Altersheim und zur Backpacker-Absteige

Im April dieses Jahres begannen die Arbeiten zum Abbruch des Arbeits- und Wohlfahrtsamtes von Kamagasaki (Nishinari/Airin sôgô sentâ). Dies kann als symbolisch für die gewaltigen Umbrüche im einstigen Tagelöhnerviertel gesehen werden. Im Vergleich zur Hochkonjunktur (“bubble economy”) der späten 1980er Jahre sind nur noch ein Fünftel an Tagelöhnern (ca. 6.000) in Kamagasaki aktiv. Nur ein Sechstel von ihnen sucht Arbeit über die traditionelle Methode des direkten Kontaktes zu Arbeitsagenten. Ein Drittel der Bewohner des von der Stadtverwaltung “Airin” genannten Viertels (= Kamagasaki) lebt von Sozialhilfe. Zwei Drittel sind alleinstehend und über 65 Jahre alt, davon rund 90% Männer. Armut, Einsamkeit und Obdachlosigkeit stellen akute Probleme dar. Ehemalige Billig-pensionen sind in “Wohlfahrtsapartments” (für Sozialhilfeempfänger und ehemalige Tagelöhner) umfunktioniert oder für Backpacker renoviert und ins Internet-Angebot gestellt worden. Kapital von außen fließt ins Viertel und führt zu einer zunehmenden Gentrifikation. Auch visuell ist das Quartier kaum noch zu erkennen. Auf der Linie wiederholter kosmetischer “Slum-Clearance-Aktionen” sind Standbuden von den Straßen entfernt und Renovierungen vorgenommen worden. Wolfgang Herbert kennt das Viertel seit 1988 und wird über oben genannten Transformationen, persönliche Begegnun-gen und die Geschichte der Tagelöhnerarbeit berichten.

 

Dr. Wolfgang Herbert, Studium der Philosophie, Religionswissenschaften und im Hauptfach Japanologie an der Universität Wien, Professor für Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Tokushima.

 

 

Ort: Japanologie, Seminarraum 1

 

Institut für Ostasienwissenschaften – Japanologie
UniversitätsCampus, Hof 2, Eingang 2.4
Seminarraum 1

 

 

Institut für Ostasienwissenschaften
Universität Wien
Spitalgasse 2 - Hof 2
1090 Wien
E-Mail
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0