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Barbara Geilhorn - Japanisches Theater nach Fukushima

Nach nunmehr fast zehn Jahren scheint die Dreifachkatastrophe von Fukushima in der japanischen Öffentlichkeit weitgehend vergessen zu sein. Trotz atomarer Katastrophe von globalem Ausmaß hat sich in puncto Energieversorgung wenig geändert. Entgegen der Haltung großer Teile der Bevölke-rung setzt die japanische Regierung unverändert auf Kernenergie als wichtigsten Energielieferanten. Die Olympischen Spiele 2020 markieren nun die Rückkehr zur Normalität und inszenieren Japan als Ort von Sicherheit und technischem Fortschritt vor den Augen der geladenen Weltöffentlichkeit. Dabei hat die Dreifachkatastrophe wesentliche Probleme der japanischen Gesellschaft aufgedeckt, die in unterschiedlichster Weise von Kulturschaffenden aufgegriffen wurden.

In meinem Vortrag gebe ich einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen und wiederkeh-rende Themen in der Auseinandersetzung mit den Folgen von „Fukushima“ auf der Bühne und diskutiere die Rolle von Kultur im Kontext der Ereignisse. Ziel dabei ist es, zentrale Positionen der japanischen Theaterwelt zu analysieren. Nachdem der Boom kritischer Produktionen in den Jahren unmittelbar nach der Katastrophe weitgehend abgeklungen ist, scheint nun die Zeit für eine neue, distanziertere Art der Auseinandersetzung gekommen zu sein.

Dr. Barbara Geilhorn ist Senior Researcher am Deutschen Institut für Japanstudien Tokyo. Zuvor forschte sie als JSPS Postdoc an der Waseda University und lehrte an der University of Manchester, der Freien Universität Berlin und der Universität Trier. Ihr Interesse gilt kulturellen Repräsentationen der Dreifachkatastrophe von Fukushima, der Umsetzung gesellschaftspolitischer Themen im japanischen Gegenwartstheater sowie Verhand-lungen von Geschlecht und Macht in der klassischen japanischen Kultur. Ihr neustes Projekt untersucht, wie Theater- und Kulturschaffende den sozialen Herausforderungen im ländlichen Raum begegnen.

Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie, Seminarraum 1
Spitalgasse 2, Universitätscampus Hof 2, Eingang 2.4, 1090 Wien

Donnerstag, 16. Januar 2020, 18:30 - 20:00

 

 

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