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Workshop 25. September - 27. September 2014

Literaturübersetzung und Sprachvergleich

Schon zum zweiten Mal organisiert Andreas Schirmer an der Koreanologie einen Workshop zum Thema "Literaturübersetzung und Sprachvergleich".

Wieder geht es um sprachvergleichende Beobachtungen, zu denen man beim Übersetzen von koreanischer Literatur ins Deutsche gelangt, also um sprachliche und stilistische Unterschiede zwischen den beiden Sprachen, die man erst bei komplexeren Sätzen und Texten zu reflektieren beginnt. Ziel sollte es sein, das Repertoire der gängigen Aussagen ("im Koreanischen fehlt oft das Subjekt", "das Koreanische hat so unnachahmliche lautmalerische Wörter", "für die differenzierten koreanischen Verwandtschaftsbezeichnungen gibt es keine deutschen Äquivalente" etc.) zu transzendieren.

Da die Geschichte des Übersetzens aus dem Koreanischen ins Deutsche (und auch überhaupt in westliche Sprachen) relativ kurz ist, ist die Sammlung von Expertise sehr wichtig. Die Fähigkeit zum Übersetzen sollte schließlich nicht allein jenen vorbehalten bleiben, die auf Basis individuell erworbener Sprachkompetenz, also dank einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte in der Lage sind, innerhalb eines Sprachenpaars von der einen zur anderen Sprache zu vermitteln. Vielmehr sollte die Fähigkeit zum Übersetzen auch erlernbar sein, was wiederum bedeutet, dass es neben einem ausreichend großen Korpus an vorbildlichen Übersetzungen auch eine "kritische Masse" an reflektierter Erfahrung braucht, also eine Tradition der Weitergabe übersetzerischer Expertise. Diesbezüglich ist die Situation im Fall der Übersetzungsrichtung Deutsch-Koreanisch nicht schlecht. Was die umgekehrte Übersetzungsrichtung anlangt, gibt es aber ‒ bedingt natürlich allein schon durch den insgesamt sehr kleinen Pool einschlägig tätiger Personen ‒ einen beträchtlichen Rückstand. Der Workshop Literaturübersetzung und Sprachvergleich setzt hier an und versucht, Expertise zu sammeln und weiterzugeben.

Unter den Teilnehmern ‒ Kyong-Hae Flügel (Jena), Philipp Haas (Wien), Heike Lee (Hamburg), Byung-hun Lee (Wien), Christian Lewarth (Wien), Samuel Melzner (Bochum), Stefan Knoob (Frankfurt), Helga Picht (Berlin), David Renz (Bochum), Andreas Schirmer (Wien), Veronika Shin (Wien), Martin Tutsch (Berlin), Hanju Yang (Bochum), Yun Sun Young (Wien) ‒ sind einige der erfahrensten und angesehensten ÜbersetzerInnen koreanischer Literatur ins Deutsche sowie sprachwissenschaftlich (komparativlinguistisch) forschende KoreanologInnen.

Finanziell ermöglicht hat den diesjährigen Workshop das Korea Literature Translation Institute.

Institut für Ostasienwissenschaften
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