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Vortrag, Julia Obinger, 3. März 2016, 18:30

Politik mit dem Einkaufswagen?

Überlegungen zu Consumer Citizenship in Japan

Politisch und ethisch motivierter Konsum ist in Europa und den USA ein hochaktuelles Thema; immer mehr Bürger versuchen politische, ethische oder soziale Zielsetzungen durch entsprechendes Kaufverhalten zu erreichen. Für einige dieser Consumer Citizens stellen individuelle (Konsum-)Handlungen – beispielsweise in Form von Boykotten – sogar eine Form des Aktivismus dar.

Japan als Hyper-Konsum-Gesellschaft misst dem Privatkonsum eine wichtige soziale und wirtschaftliche Rolle bei, wohingegen im Vergleich zu Europa und den USA das Konzept der Consumer Citizenship deutlich weniger verbreitet ist. Erst nach Fukushima scheint umweltbewusster und nachhaltiger Konsum zunehmend an Bedeutung zu gewinnen, ebenso wie nicht-institutionelle Formen der politischen und gesellschaftlichen Partizipation.

Auf Basis bestehender Theorien der Consumer Citizenship gehe ich der Frage nach, inwieweit sich die japanischen Verbraucher dem Veränderungspotential ihrer Handlungen bewusst sind und dieses zielgerichtet einsetzen. Hierzu gebe ich einen Überblick über Akteure, Argumentationen und Herangehensweisen von politisch motivierten Konsumenten und Konsumentengruppen und deren Besonderheiten im japanischen Kontext.

 

Julia Obinger studierte Japanologie, Sinologie und Rechtswissenschaften an der LMU München und promovierte 2013 an der Universität Zürich. Derzeit arbeitet sie mit einem Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds an der School of African and Oriental Studies (SOAS) in London an ihrem PostDoc-Projekt zu ethischem Konsum als neue Form des politischen Engagements in Japan.

 

 

 

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