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Literaturübersetzung und Sprachvergleich

Schon zum dritten Mal organisiert Andreas Schirmer am Institut für Ostasienwissenschaften einen Workshop zum Thema „Literaturübersetzung und Sprachvergleich“.


Wieder geht es um sprachvergleichende Beobachtungen, zu denen man beim Übersetzen von koreanischer Literatur ins Deutsche gelangt. Im Fokus stehen sprachliche und stilistische Unterschiede zwischen den beiden Sprachen, die erst bei komplexeren Sätzen und Texten richtig zum Vorschein kommen. Ziel ist, das Repertoire der gängigen Aussagen („im Koreanischen fehlt oft das Subjekt“, „das Koreanische hat so unnachahmliche lautmalerische Wörter“, „für die differenzierten koreanischen Verwandtschaftsbezeichnungen gibt es keine deutschen Äquivalente“ etc.) zu transzendieren.
Die ansonsten in der Übersetzungskritik meist im Vordergrund stehende Erörterung übersetzerischer Entscheidungen auf der Wortebene (Stichwort: mot juste) wird also ausgeschlossen, um der Behandlung von Problemen auf Satz- bzw. Textebene mehr Raum zu geben. Gerade hier sind nämlich verallgemeinere, mutatis mutandis auch auf andere Fälle anwendbare Erkenntnisse zu erwarten.


Die Teilnehmer konfrontieren einander mit ganz konkreten Schwierigkeiten, augenfällig gemacht anhand aussagekräftiger Beispielfälle. Es sind also „feinkörnige Beobachtungen“, um die es geht, und nicht etwa aufs Große und Ganze zielende translationswissenschaftliche Erkenntnisse. Mit der Sammlung und Weitergabe von Expertise soll ein Beitrag zur Beschreibung der sprachlichen Distanz zwischen den beiden Sprachen Koreanisch und Deutsch geleistet werden ‒ und damit wird diese Distanz auch besser überbrückbar.

Institut für Ostasienwissenschaften
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